Patient-Empowerment – OncoHelp

Jährlich erkranken rund 39.000 Menschen in Österreich an Krebs, wobei aufgrund verbesserter diagnostischer und therapeutischer Methoden die Anzahl der Langzeitüberlebenden von Krebserkrankungen kontinuierlich ansteigt.

Trotz dieser positiven Entwicklungen verursacht sowohl die Krebserkrankung selbst, als auch die Behandlung häufig schwere akute oncohelpund teilweise lang anhaltende körperliche, soziale und psychische Belastungen (American Cancer Society, 2014; Mitchell et al., 2011). Psychische Belastungen haben einen negativen Einfluss auf die Lebensqualität der KrebspatientInnen (Pinquart & Duberstein, 2010) wie auch auf ihre Behandlungsadhärenz (Colleoni et al., 2000) und können für längere und wiederholte Krankenhausaufenthalte mitverantwortlich sein (Prieto et al., 2002).

Vor allem psychisch belastete KrebspatientInnen haben in erster Linie ein starkes Bedürfnis nach Informationen zu ihrer Erkrankung, den Behandlungsmöglichkeiten und potentiellen Nebenwirkungen, wobei das Internet eine zunehmend wichtigere Rolle in der Beschaffung gesundheitsbezogenen Informationen spielt (Ebel et al., 2015). Zahlreiche web-basierte PatientInnenportale wie PatientsLikeMe (www.patientslikeme.com), Netdoctor (www.netdoctor.com) oder NHS Choices (www.nhs.uk) bieten umfassende generische Informationen zur Krebserkrankung an, wobei Studien zeigen dass sich bis zu viele PatientInnen von der Informationsfülle im Internet überfordert fühlen (Eysenbach, 2003). Um die Überforderung auf PatientInnenseite zur reduzieren entwickelt Oncotyrol gemeinsam mit dem Partnern ESD PatientInnenportale, welche die Informationen individualisiert und interaktiv zur Verfügung stellen. Deren Gehalt wird von ExpertInnen kontinuierlich geprüft um der stark divergierenden Qualität der angebotenen Informationen im Internet entgegenzuwirken.

Neben der Darbietung qualitativ hochwertiger und personalisierter Informationen werden verschiedene Interventionen angeboten, um die psychische Belastung der KrebspatientInnen zu reduzieren.

Im Vergleich zu anderen Interventionen stellen Selbsthilfeprogramme eine wirksame und kosteneffiziente Intervention zur Reduktion von psychischer Belastung dar. Die Selbsthilfeprogramme unterstützen PatientInnen beispielsweise darin dysfunktionale Gedanken zu identifizieren und zu modulieren, sowie Entspannungstechniken oder Stressverarbeitungsstrategien anzuwenden.

Ziel der Forschung ist die Entwicklung und Evaluierung eines web-basierten interaktiven und automatisierten Selbsthilfeportals für psychisch belastete KrebspatientInnen. Folgende Eckpunkte stehen hier im Vordergrund.

  • Psychoonkologisches Screening und (Home-)Monitoring von Symptomen
  • Edukation zu psychosozialen Aspekten der Krebserkrankung
  • Interaktive Selbsthilfeinterventionen

Im der BehandlerInnenplattform stehen zwei zentrale Komponenten zur Verfügung

  • Symptom-Monitoring
  • Datenverwaltung