Patient Reported Outcome

PRO (Patient Reported Outcome) Informationen sind Daten, welche über Fragenbögen direkt vom Patienten erfasst werden. Diese Informationen sind essentiell für die Evaluierung von Behandlungen und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten.
In diversen klinischen Studien ist die Evaluierung dieser Daten vorgeschrieben. In der Routinebehandlung werden diese Patientenrückmeldungen derzeit nicht erfasst. Ähnlich wie beim AMR sind aber gerade Informationen aus der Routinebehandlung deutlich aussagekräftiger als Studiendaten. Hier können sie unmittelbar zur Erfassung von Nebenwirkungen, Therapieoptimierung und der Abschätzung des psychoonkologischen Bedarfs verwendet werden.

Traditionelle Outcome Maße für die Effizienz onkologischer Therapien sind Tumor-Response, die krankheitsfreie und Gesamtüberlebenszeit, der Zeitraum bis zur Krankheitsprogression, sowie die Länge therapiefreier Zeitintervalle. In der Onkologie verfolgt die moderne Medizin allerdings nicht nur die Bekämpfung des Tumorwachstums und der Verlängerung der Lebenserwartung, sondern auch die Linderung von krankheitsassoziierten Symptomen und Einschränkungen.

Jedenfalls ist die Diagnose Krebs mit einer aufwendigen Behandlung und Nachsorge verbunden. Der Behandlungsfokus muss demnach nicht nur mehr auf die Akutversorgung, sondern auch auf die langfristigen Auswirkungen der onkologischen Therapie wie insbesondere die Erhaltung oder Steigerung der Lebensqualität gelegt werden (Lipscomb, Reeve et al. 2007), deren systematische und standardisierte Erfassung nur durch validierte Patient-reported Outcome (PRO) Instrumenten möglich ist. Die große Anzahl an Veröffentlichungen hinsichtlich der Entwicklung und Evaluation krebsspezifischer PRO-Instrumente ab den 1990er Jahren illustriert die steigende Bedeutung von PRO-Daten in der Onkologie (Garratt, Schmidt et al. 2002).

Die elektronische Erfassung von PRO-Daten leistet darüber hinaus einen zeit- und kosteneffizienten Beitrag zur Qualitätssicherung. Zudem erlaubt es eine optimierte  Identifikation von „High-Risk“ und „High-Utilizer“ Patienten, was sonst nur mit erhöhten personellen Aufwand möglich ist. Gerade diese Patientengruppen tragen aus ökonomischer Sicht zu hohen Kosten in der Krankenversorgung bei.

Die strukturierte, wissenschaftlich validierte Erfassung von Patientenangaben zu Symptomen und Behandlungsfolgen leistet weiters einen Beitrag zur Behandlungskontinuität und – qualität, indem es Informationslücken durch routinemäßig wechselndes Personal kompensieren hilft.bild1

Der Oncotyrol-Partner Evaluation Software Development (ESD), hat ein computergestütztes System entwickelt, welches die Erfassung der PRO-Daten erleichtert und automatisch auswertet.

 

Gemeinsam mit den Tirol Kliniken wird nun eine lückenlose Erfassung von PRO-Daten an der onkologischen Ambulanz in Innsbruck implementiert.

Zum Erhalt und Ausbau derPRO-Erfassung werden anonymisierte Auszüge und Analysen der Daten auch interessierten nicht-akademischen Partnern kostenpflichtig zugänglich gemacht